Gewürze verleihen Speisen Charakter – vorausgesetzt, sie haben noch Aroma. Viele Gewürzgläser stehen jedoch jahrelang neben dem Herd, im Licht und in der Wärme. Das Ergebnis: Paprika wird blass, Oregano schmeckt nach Heu und Zimt verliert seine Süße.
Die gute Nachricht ist, dass schon kleine Änderungen viel bewirken. Wer weiß, was Gewürzen schadet, kann sie gezielt schützen. In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie Sie Gewürze richtig lagern und woran Sie erkennen, dass es Zeit für Nachschub ist.
Was Gewürzen schadet
Das Aroma von Gewürzen steckt vor allem in ätherischen Ölen. Diese sind flüchtig und reagieren empfindlich auf äußere Einflüsse. Die vier größten Feinde sind:
- Licht: Es bleicht Farbe und baut Aromastoffe ab. Besonders empfindlich sind Paprika, Chili, Kurkuma und getrocknete Kräuter.
- Wärme: Hohe Temperaturen lassen ätherische Öle schneller verfliegen.
- Luft: Sauerstoff lässt Aromen oxidieren. Je öfter ein Gefäß offen steht, desto schneller verliert der Inhalt an Geschmack.
- Feuchtigkeit: Sie führt zu Klumpen und im schlimmsten Fall zu Schimmel.
Auch Gerüche spielen eine Rolle: Gewürze nehmen fremde Aromen an, wenn sie offen neben stark riechenden Lebensmitteln stehen. Ein gut verschlossenes Gefäß schützt deshalb nicht nur das eigene Aroma, sondern auch vor fremden Gerüchen.
Der richtige Standort
Ideal ist ein Ort, der kühl, dunkel und trocken ist. Gut geeignet sind ein Küchenschrank, eine Schublade oder ein Vorratsschrank fern von Wärmequellen.
Weniger geeignet sind dagegen:
- offene Regale direkt über dem Herd, wo Hitze und Dampf aufsteigen
- Fensterbänke und andere sonnige Plätze
- Schränke neben Backofen, Spülmaschine oder Wasserkocher
Ein offenes Gewürzregal sieht dekorativ aus. Wenn Sie nicht darauf verzichten möchten, hängen Sie es an eine Wand ohne direkte Sonne und mit Abstand zum Herd und verwenden Sie lichtundurchlässige Dosen.
Die passenden Behälter
Gewürze aus Papiertüten oder dünnen Kunststoffbeuteln sollten Sie nach dem Öffnen umfüllen. Gut geeignet sind:
- Dunkle oder undurchsichtige Gläser mit dicht schließendem Deckel
- Metalldosen, die Licht vollständig abhalten
- Klare Gläser, wenn sie in einem dunklen Schrank oder einer Schublade stehen
Wählen Sie lieber kleine Behälter, die zur verbrauchten Menge passen. Je weniger Luft im Gefäß ist, desto besser bleibt das Aroma. Beschriften Sie jedes Glas mit dem Namen des Gewürzes und dem Datum, an dem Sie es geöffnet oder abgefüllt haben.
Tipps für den Alltag
- Nicht über dem dampfenden Topf würzen: Der Dampf zieht in Streuer und Glas und lässt den Inhalt verklumpen. Geben Sie die Gewürze lieber erst in die Hand oder auf einen Löffel.
- Trockene Löffel verwenden: Schon ein feuchter Löffel kann Klumpen und Schimmel verursachen.
- Deckel sofort schließen: So gelangt möglichst wenig Luft an das Gewürz.
- Kleine Mengen kaufen: Selten genutzte Gewürze lieber in kleinen Packungen besorgen, als große Vorräte anzulegen.
- Ganze Gewürze bevorzugen: Pfefferkörner, Kreuzkümmel, Koriandersaat oder Muskatnuss behalten ihr Aroma deutlich länger als gemahlene Varianten. Mahlen Sie sie erst kurz vor dem Gebrauch in einer Mühle oder einem Mörser.
Wie lange halten Gewürze?
Getrocknete Gewürze verderben in der Regel nicht im eigentlichen Sinne, verlieren aber mit der Zeit an Geschmack. Als grobe Orientierung gilt:
- Gemahlene Gewürze: etwa ein bis zwei Jahre
- Getrocknete Kräuter: etwa ein bis zwei Jahre
- Ganze Gewürze wie Körner, Samen und Stangen: oft zwei bis drei Jahre oder länger
Ob ein Gewürz noch gut ist, verraten Ihre Sinne. Reiben Sie eine kleine Menge zwischen den Fingern: Duftet es kaum noch, ist auch der Geschmack schwach. Verblasste Farbe ist ein weiteres Zeichen. Gewürze mit Schimmel, muffigem Geruch oder Schädlingsbefall gehören dagegen sofort in den Müll.
Damit der Überblick nicht verloren geht, lohnt sich einmal im Jahr eine kleine Inventur. Holen Sie alle Gläser aus dem Schrank, prüfen Sie Duft und Farbe und sortieren Sie aus, was kein Aroma mehr hat. Notieren Sie dabei gleich, welche Gewürze Sie häufig nachkaufen und welche kaum genutzt werden. So vermeiden Sie doppelte Packungen und angebrochene Vorräte, die jahrelang ungenutzt herumstehen.
Ein Sonderfall sind frische Kräuter: Sie halten sich am besten wie ein Blumenstrauß in einem Glas Wasser oder in ein feuchtes Tuch gewickelt im Kühlschrank. Zum längeren Aufbewahren können Sie sie gehackt einfrieren.
Fazit
Um Gewürze richtig zu lagern, braucht es keinen großen Aufwand: ein kühler, dunkler und trockener Platz, dicht schließende Behälter und ein bewusster Umgang beim Kochen. Kaufen Sie lieber kleine Mengen, bevorzugen Sie ganze Gewürze und kontrollieren Sie Ihren Vorrat regelmäßig mit Nase und Augen. So bleiben Aroma und Farbe lange erhalten.
