Der Kühlschrank ist eines der wenigen Geräte im Haushalt, die rund um die Uhr laufen. Entsprechend groß ist sein Anteil am Stromverbrauch. Ob er dabei sparsam arbeitet oder unnötig Energie verbraucht, hängt nicht nur vom Gerät selbst ab, sondern auch davon, wie Sie es einstellen und nutzen.
Viele Kühlschränke sind kälter eingestellt als nötig. Das kostet Strom, ohne die Lebensmittel besser zu schützen. In diesem Ratgeber erfahren Sie, welche Temperatur sinnvoll ist, wie Sie sie überprüfen und mit welchen weiteren Kniffen Ihr Kühlschrank effizienter arbeitet.
Die ideale Temperatur im Kühlschrank
Als bewährte Faustregel gilt: Rund 7 °C im mittleren Fach reichen für die meisten Lebensmittel aus. Für empfindliche Waren wie frisches Fleisch oder Fisch sind niedrigere Temperaturen besser, die Sie in den kältesten Zonen des Kühlschranks finden. Im Gefrierfach oder Gefrierschrank sollten es ungefähr −18 °C sein.
Ein häufig genannter Richtwert lautet: Jedes Grad kälter erhöht den Stromverbrauch eines Kühlgeräts um einige Prozent. Wer seinen Kühlschrank also auf 4 statt 7 °C laufen lässt, zahlt dauerhaft drauf. Auch ein Gefrierfach, das deutlich unter −18 °C eingestellt ist, bringt in der Regel keinen Vorteil.
Kältezonen richtig nutzen
Im Kühlschrank ist es nicht überall gleich kalt. Kalte Luft sinkt nach unten, deshalb ist es in den meisten Geräten oben am wärmsten und unten über dem Gemüsefach am kältesten. Wenn Sie Lebensmittel passend einräumen, können Sie die Temperatur insgesamt etwas höher wählen.
- Oberes Fach: Käse, Reste, bereits Gekochtes.
- Mittleres Fach: Milchprodukte wie Joghurt, Quark und Sahne.
- Unteres Fach (über dem Gemüsefach): Fleisch, Wurst und Fisch – hier ist es am kältesten.
- Gemüsefach: Obst und Gemüse, die Kälte vertragen.
- Tür: Getränke, Butter, Eier, Saucen – hier schwankt die Temperatur am stärksten.
Beachten Sie die Bedienungsanleitung Ihres Geräts: Manche Modelle haben eine eigene Null-Grad-Zone oder eine andere Luftführung.
So prüfen Sie die Temperatur
Die Ziffern am Drehregler geben bei vielen Geräten keine Gradzahl an, sondern nur die Kühlleistung: Eine höhere Zahl bedeutet meist kälter. Um zu wissen, wie kalt es wirklich ist, brauchen Sie ein Kühlschrankthermometer.
- Legen Sie das Thermometer in ein Glas Wasser und stellen Sie es ins mittlere Fach.
- Warten Sie mehrere Stunden, am besten über Nacht, ohne die Tür oft zu öffnen.
- Lesen Sie den Wert ab und passen Sie den Regler bei Bedarf an.
- Kontrollieren Sie nach einem Tag erneut, bis sich der Wert bei etwa 7 °C einpendelt.
Das Wasserglas sorgt dafür, dass kurze Temperaturschwankungen beim Öffnen der Tür das Ergebnis nicht verfälschen.
Weitere Tipps zum Stromsparen
Den richtigen Standort wählen
Ein Kühlschrank neben dem Herd, der Spülmaschine oder in praller Sonne muss mehr arbeiten. Stellen Sie ihn möglichst an einen kühlen Ort und achten Sie darauf, dass die Lüftungsschlitze und das Gitter an der Rückseite frei bleiben, damit die Wärme abziehen kann.
Dichtungen kontrollieren
Poröse oder verschmutzte Türdichtungen lassen warme Luft eindringen. Prüfen Sie das mit dem Papiertest: Klemmen Sie ein Blatt Papier in die Tür. Lässt es sich bei geschlossener Tür leicht herausziehen, ist die Dichtung undicht. Reinigen Sie die Dichtung regelmäßig mit warmem Wasser und etwas Spülmittel.
Regelmäßig abtauen
Eine Eisschicht im Gefrierfach wirkt wie eine Isolierung und erhöht den Stromverbrauch. Spätestens wenn sich eine Schicht von einigen Millimetern gebildet hat, sollten Sie abtauen. Geräte mit automatischer Abtaufunktion nehmen Ihnen das ab.
Tür kurz öffnen, Speisen abkühlen lassen
Überlegen Sie vor dem Öffnen, was Sie brauchen, und schließen Sie die Tür zügig wieder. Warme Speisen sollten Sie erst abkühlen lassen, bevor sie in den Kühlschrank kommen – aber nicht zu lange bei Raumtemperatur stehen lassen. Tiefgefrorenes können Sie im Kühlschrank auftauen; die abgegebene Kälte entlastet dabei das Gerät.
Sinnvoll befüllen
Ein gut, aber nicht übermäßig gefüllter Kühlschrank hält die Kälte besser. Gleichzeitig muss die Luft zirkulieren können. Stellen Sie Lebensmittel deshalb nicht direkt an die Rückwand und lassen Sie zwischen den Waren etwas Platz.
Wann sich ein neues Gerät lohnt
Ältere Kühlschränke verbrauchen oft deutlich mehr Strom als aktuelle Modelle. Wenn Ihr Gerät viele Jahre alt ist, laut brummt oder die Temperatur nicht mehr zuverlässig hält, kann ein Austausch sinnvoll sein. Ein Blick auf das Energielabel und den angegebenen Jahresverbrauch in Kilowattstunden hilft beim Vergleich. Achten Sie auch auf die passende Größe: Ein zu großer Kühlschrank kühlt viel leeren Raum.
Fazit
Die richtige Kühlschrank-Temperatur liegt bei etwa 7 °C, im Gefrierfach bei rund −18 °C. Wer zusätzlich die Kältezonen klug nutzt, den Standort prüft, die Dichtungen pflegt und regelmäßig abtaut, senkt den Stromverbrauch ohne Einbußen bei der Frische. Ein einfaches Thermometer genügt, um den Anfang zu machen.
