Energie sparen

Standby-Verbrauch: Wo die heimlichen Stromfresser stecken

Viele Geräte ziehen auch ausgeschaltet Strom. So finden Sie die heimlichen Stromfresser im Haushalt und senken den Standby-Verbrauch ganz einfach.

Von Lena Vogt

22.10.2026

4 Min. Lesezeit

Schwarze Steckdosenleiste auf einem Tisch

Fernseher, Spielkonsole, Kaffeemaschine, Router: In fast jedem Haushalt sind rund um die Uhr Geräte am Netz, die gerade gar nicht genutzt werden. Viele davon ziehen auch im ausgeschalteten Zustand Strom – manchmal erkennbar an einem kleinen Lämpchen, oft aber völlig unbemerkt.

Einzeln betrachtet ist der Standby-Verbrauch meist gering. In der Summe und über das ganze Jahr kommt jedoch schnell ein Betrag zusammen, den man sich sparen kann. In diesem Ratgeber erfahren Sie, wo die heimlichen Stromfresser stecken, wie Sie sie aufspüren und mit welchen einfachen Mitteln Sie den Verbrauch senken.

Was bedeutet Standby eigentlich?

Im Standby-Modus ist ein Gerät nicht wirklich aus, sondern wartet in Bereitschaft. Es reagiert auf die Fernbedienung, hält eine Uhrzeit, empfängt Updates oder ist per Netzwerk erreichbar. Dafür braucht es dauerhaft ein wenig Strom. Hinzu kommen Geräte mit externem Netzteil, die auch dann Energie aufnehmen, wenn das eigentliche Gerät gar nicht angeschlossen ist – etwa Ladegeräte, die in der Steckdose stecken bleiben.

Moderne Geräte sind im Standby meist deutlich sparsamer als ältere. Trotzdem gilt: Je mehr Geräte dauerhaft am Netz hängen und je älter sie sind, desto mehr lohnt sich ein genauer Blick.

Die typischen Stromfresser im Haushalt

Unterhaltungselektronik

Fernseher, Soundbars, Receiver, Spielkonsolen und Streaming-Boxen stehen oft gemeinsam am Fernsehplatz und sind dauerhaft in Bereitschaft. Besonders Spielkonsolen und manche Fernseher bieten einen „Schnellstart“-Modus, der den Verbrauch im ausgeschalteten Zustand erhöht.

Computer und Büro

Drucker, Monitore, Lautsprecher, externe Festplatten und Computer, die nur in den Ruhezustand versetzt werden, ziehen weiter Strom. Gerade im Homeoffice summiert sich das schnell.

Küche

Kaffeevollautomaten mit Warmhaltefunktion, Mikrowellen mit Uhranzeige oder Backöfen mit Display gehören ebenfalls zu den Dauerverbrauchern. Bei Kaffeemaschinen lohnt es sich, die automatische Abschaltung zu aktivieren oder sie nach Gebrauch ganz auszuschalten.

Netzwerk und Kleingeräte

Router, Repeater, smarte Lautsprecher, elektrische Zahnbürsten auf der Ladestation und Ladegeräte in der Steckdose laufen oft rund um die Uhr. Nicht alle davon können oder sollen Sie abschalten, doch manches lässt sich zumindest nachts vom Netz nehmen.

So spüren Sie Standby-Verbraucher auf

Am zuverlässigsten finden Sie heimliche Stromfresser mit einem Strommessgerät, das zwischen Steckdose und Gerät gesteckt wird. Solche Messgeräte gibt es im Elektrohandel, manche Verbraucherzentralen und Bibliotheken verleihen sie auch.

  1. Stecken Sie das Messgerät in die Steckdose und das Gerät oder die Steckdosenleiste daran.
  2. Schalten Sie das Gerät wie gewohnt aus, also etwa per Fernbedienung.
  3. Lesen Sie die angezeigte Leistung in Watt ab.
  4. Notieren Sie die Werte für alle Geräte und vergleichen Sie.

Ohne Messgerät hilft ein einfacher Test: Ist ein Netzteil warm, obwohl das Gerät aus ist, wird Strom verbraucht. Auch leuchtende Anzeigen sind ein Hinweis.

Ein einfaches Rechenbeispiel

Wie viel Standby kostet, lässt sich leicht überschlagen. Angenommen, ein Gerät verbraucht im Bereitschaftsmodus dauerhaft 5 Watt. Über ein Jahr mit 8.760 Stunden ergibt das rund 44 Kilowattstunden. Bei einem angenommenen Strompreis von 35 Cent pro Kilowattstunde entspricht das etwa 15 Euro im Jahr – für ein einziges Gerät, das in dieser Zeit nichts tut. Rechnen Sie das für mehrere Geräte zusammen, wird das Einsparpotenzial deutlich. Setzen Sie für Ihre eigene Rechnung den Preis aus Ihrem Stromvertrag ein.

Standby-Verbrauch gezielt senken

  • Schaltbare Steckdosenleisten nutzen: Gruppieren Sie Geräte, die gemeinsam genutzt werden, etwa am Fernseh- oder Schreibtischplatz, und schalten Sie die Leiste nach Gebrauch aus.
  • Master-Slave-Leisten einsetzen: Hier schalten sich angeschlossene Zusatzgeräte automatisch ab, sobald das Hauptgerät, etwa der Fernseher oder Computer, ausgeschaltet wird.
  • Zeitschaltuhren verwenden: Für Geräte, die nur zu bestimmten Zeiten gebraucht werden, kann eine Zeitschaltuhr sinnvoll sein.
  • Energiespar-Einstellungen prüfen: Deaktivieren Sie Schnellstart-Funktionen bei Fernsehern und Konsolen und aktivieren Sie die automatische Abschaltung.
  • Ladegeräte ausstecken: Ziehen Sie Netzteile aus der Steckdose, sobald das Gerät aufgeladen ist.
  • Beim Neukauf vergleichen: Achten Sie im Datenblatt auf die angegebene Leistungsaufnahme im Bereitschaftsmodus.

Welche Geräte Sie besser nicht abschalten

Nicht jedes Gerät sollte komplett vom Netz. Kühl- und Gefriergeräte müssen natürlich durchgehend laufen. Bei Routern hängt es von der Nutzung ab: Wer darüber auch telefoniert oder smarte Geräte wie Rauchmelder oder Alarmanlagen betreibt, sollte ihn eingeschaltet lassen. Viele Router bieten aber eine Zeitsteuerung für das WLAN. Auch Heizungssteuerungen, Aquarien oder Geräte, die nach dem Ausschalten aufwendig neu eingerichtet werden müssen, bleiben besser am Netz. Manche Drucker führen nach jedem Einschalten eine Reinigung durch, die Tinte verbraucht – hier lohnt ein Blick in die Bedienungsanleitung.

Fazit

Standby-Verbrauch ist unscheinbar, aber vermeidbar. Mit einem Strommessgerät finden Sie die größten Verbraucher schnell heraus, und schaltbare Steckdosenleisten machen das Abschalten bequem. Wer zusätzlich Ladegeräte aussteckt und die Energiespar-Einstellungen seiner Geräte prüft, senkt die Stromrechnung dauerhaft – ganz ohne Komfortverlust.

LV

Über die Autorin / den Autor

Lena Vogt

Lena Vogt schreibt über Energie sparen im Haushalt. Sie zeigt alltagstaugliche Wege, Heiz-, Strom- und Wasserkosten zu senken, ohne auf Komfort zu verzichten.

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