Der Backofen gehört zu den Geräten, die man gern so lange ignoriert, bis beim Vorheizen ein unangenehmer Geruch durch die Küche zieht. Eingebrannte Fettspritzer, übergelaufener Käse und Krusten von Aufläufen verkohlen bei jedem Backvorgang ein Stück weiter. Das sieht nicht nur unschön aus, sondern kann auch den Geschmack von Speisen beeinträchtigen und Rauch verursachen.
Die gute Nachricht: Für die meisten Verschmutzungen brauchen Sie keine aggressiven Spezialreiniger. Natron, Essig und Zitrone sind günstig, in fast jedem Haushalt vorrätig und lösen selbst hartnäckige Rückstände, wenn Sie ihnen etwas Zeit geben. In diesem Ratgeber erfahren Sie Schritt für Schritt, wie Sie vorgehen und worauf Sie achten sollten.
Vorbereitung: Was Sie brauchen
Bevor Sie loslegen, sollte der Backofen vollständig abgekühlt und am besten vom Strom getrennt oder zumindest ausgeschaltet sein. Legen Sie sich folgende Hilfsmittel bereit:
- Natron (Speisenatron oder Haushaltsnatron)
- Haushaltsessig oder verdünnte Essigessenz
- Zwei bis drei Zitronen oder Zitronensaft
- Eine kleine Schüssel, eine Sprühflasche und Wasser
- Einen weichen Schwamm, ein Mikrofasertuch und einen Kunststoffschaber
- Haushaltshandschuhe
Nehmen Sie Backbleche, Roste und gegebenenfalls die Einschubgitter heraus. Grobe, lose Krümel können Sie vorab mit einem trockenen Tuch oder einem Handfeger entfernen.
Natronpaste: Der Klassiker gegen Eingebranntes
Natron ist leicht alkalisch und löst Fett sowie angebrannte Reste, ohne die Emaille zu zerkratzen. So gehen Sie vor:
- Mischen Sie etwa drei bis vier Esslöffel Natron mit so viel Wasser, dass eine streichfähige Paste entsteht. Sie sollte die Konsistenz von Zahnpasta haben.
- Verteilen Sie die Paste mit dem Schwamm oder den behandschuhten Fingern auf Boden, Seitenwänden und der Innenseite der Tür. Sparen Sie Heizstäbe und Lüftungsöffnungen aus.
- Lassen Sie die Paste mehrere Stunden einwirken, bei starker Verschmutzung am besten über Nacht. Die Paste darf antrocknen und sich bräunlich verfärben.
- Lösen Sie die Rückstände anschließend mit dem Kunststoffschaber und einem feuchten Schwamm.
Essig als Verstärker und für die Nachreinigung
Essig ergänzt Natron gut, weil er Kalk und Natronreste löst. Füllen Sie Essig im Verhältnis eins zu eins mit Wasser verdünnt in eine Sprühflasche. Besprühen Sie die Stellen, an denen noch Natronpaste haftet. Es beginnt leicht zu schäumen; diese Reaktion hilft, die letzten Krusten anzuheben. Wischen Sie danach alles mit klarem Wasser und einem Mikrofasertuch nach, bis keine weißen Schlieren mehr zu sehen sind.
Wichtiger Sicherheitshinweis: Mischen Sie Essig niemals mit chlorhaltigen Reinigern. Dabei kann giftiges Chlorgas entstehen. Verwenden Sie Hausmittel und chemische Ofenreiniger auch nicht direkt nacheinander, ohne dazwischen gründlich mit Wasser nachzuwischen. Lüften Sie während der Reinigung gut.
Zitrone: Sanfte Hilfe bei leichtem Schmutz
Für leichte Verschmutzungen oder als regelmäßige Zwischenreinigung eignet sich die Zitronenmethode. Sie sorgt zudem für einen frischen Geruch:
- Füllen Sie eine ofenfeste Form mit etwa einem halben Liter Wasser und geben Sie den Saft von zwei Zitronen sowie die ausgepressten Hälften hinzu.
- Stellen Sie die Form auf mittlere Schiene und heizen Sie den Ofen für etwa 30 Minuten auf rund 120 Grad Ober- und Unterhitze.
- Der säurehaltige Dampf weicht Fett und Krusten auf. Lassen Sie den Ofen etwas abkühlen, bis Sie gefahrlos hineinfassen können.
- Wischen Sie die Innenflächen mit einem feuchten Schwamm aus.
Backbleche, Roste und Ofentür
Roste und Bleche reinigen Sie am einfachsten in der Badewanne oder einem großen Spülbecken. Legen Sie ein altes Handtuch unter, um Kratzer zu vermeiden. Bestreuen Sie die Teile mit Natron, übergießen Sie sie mit heißem Wasser und lassen Sie sie einige Stunden einweichen. Danach lassen sich Rückstände meist mit einem Schwamm abwischen.
Die Glasscheibe der Ofentür behandeln Sie ebenfalls mit Natronpaste. Nach dem Einwirken entfernen Sie Reste mit einem feuchten Tuch und polieren mit verdünntem Essig nach. Viele Ofentüren lassen sich auseinandernehmen, sodass Sie auch zwischen die Scheiben gelangen. Schauen Sie dazu in die Bedienungsanleitung Ihres Geräts.
So bleibt der Ofen länger sauber
- Wischen Sie frische Spritzer ab, sobald der Ofen nur noch handwarm ist. Frischer Schmutz lässt sich viel leichter entfernen.
- Stellen Sie bei Gerichten, die überlaufen können, ein Blech oder eine Auflaufform darunter.
- Nutzen Sie beim Braten einen Deckel oder Bratschlauch, um Fettspritzer zu reduzieren.
- Planen Sie die Zitronenmethode etwa einmal im Monat ein, die Natronpaste je nach Nutzung alle paar Monate.
Besitzt Ihr Ofen eine Pyrolyse-Funktion oder eine spezielle katalytische Beschichtung, beachten Sie die Herstellerangaben. Katalytische Flächen sollten Sie nicht mit Scheuermitteln behandeln, da die Beschichtung sonst Schaden nehmen kann.
Fazit
Mit Natron, Essig und Zitrone reinigen Sie Ihren Backofen gründlich und ohne scharfe Chemie. Entscheidend ist vor allem Geduld: Je länger die Natronpaste einwirken darf, desto weniger müssen Sie schrubben. Wer zusätzlich frische Verschmutzungen zeitnah entfernt, spart sich aufwendige Großputzaktionen und hat einen Ofen, der wieder angenehm riecht.
