Wäsche

Wäsche trocknen im Winter

Wäsche trocknen im Winter, ohne Schimmel zu riskieren: Mit diesen Tipps zu Schleudern, Lüften und Aufhängen wird Ihre Wäsche zuverlässig trocken.

Von Miriam Hoffmann

20.10.2026

4 Min. Lesezeit

Badezimmer mit Fenster und Wäsche auf einem Wäscheständer

Im Sommer ist die Sache einfach: Wäsche auf die Leine im Garten oder auf dem Balkon hängen, und nach wenigen Stunden ist sie trocken. Im Winter dagegen wird das Trocknen zur Herausforderung. Draußen ist es kalt und feucht, drinnen fehlt oft der Platz, und wer die Wäsche in der Wohnung aufhängt, sorgt für zusätzliche Feuchtigkeit in der Raumluft.

Genau diese Feuchtigkeit kann zum Problem werden. Eine Maschinenladung nasser Wäsche gibt beim Trocknen mehrere Liter Wasser an die Umgebung ab. Ohne ausreichendes Lüften schlägt sich die Feuchtigkeit an kalten Wänden und Fenstern nieder – und Schimmel findet ideale Bedingungen.

Mit der richtigen Strategie trocknen Sie Ihre Wäsche auch in der kalten Jahreszeit zuverlässig, ohne das Raumklima zu belasten. Dieser Ratgeber zeigt Ihnen, worauf es ankommt.

Gut geschleudert ist halb getrocknet

Der wichtigste Schritt beginnt bereits in der Waschmaschine. Je weniger Wasser nach dem Waschgang noch in der Wäsche steckt, desto schneller trocknet sie und desto weniger Feuchtigkeit gelangt in die Raumluft.

  • Wählen Sie die höchste Schleuderdrehzahl, die das Pflegeetikett erlaubt.
  • Handtücher, Bettwäsche und Jeans vertragen in der Regel hohe Drehzahlen.
  • Empfindliche Textilien wie Wolle oder Feinwäsche schleudern Sie schonender und trocknen sie liegend.
  • Bei Bedarf können Sie robuste Wäsche nach dem Waschgang ein zweites Mal schleudern.

Den richtigen Ort in der Wohnung wählen

Nicht jeder Raum eignet sich gleich gut zum Wäschetrocknen. Ideal ist ein gut beheizter Raum, der sich unkompliziert lüften lässt und in dem sich niemand dauerhaft aufhält.

  • Badezimmer: Oft gut geeignet, weil es meist warm ist und Fliesen Feuchtigkeit vertragen. Wichtig ist ein Fenster oder ein funktionierender Lüfter.
  • Abstellraum oder Hauswirtschaftsraum: Praktisch, sofern er beheizt und belüftet werden kann.
  • Wohnräume: Möglich, wenn Sie konsequent lüften. Das Schlafzimmer sollten Sie meiden, da dort ohnehin viel Feuchtigkeit entsteht.
  • Kalte Keller: Ungeheizte Kellerräume sind problematisch, weil die Wäsche dort sehr langsam trocknet und sich Feuchtigkeit an den kühlen Wänden absetzt.

Stellen Sie den Wäscheständer nicht direkt an eine Außenwand, sondern mit etwas Abstand in den Raum, damit die Luft zirkulieren kann.

Richtig lüften und heizen

Damit die Feuchtigkeit die Wohnung zügig wieder verlässt, kommt es auf das richtige Lüftungsverhalten an.

  1. Stoßlüften statt Kipplüften: Öffnen Sie das Fenster mehrmals täglich für einige Minuten weit. Ein dauerhaft gekipptes Fenster kühlt die Wände aus, tauscht die Luft aber kaum aus.
  2. Querlüften: Wenn möglich, öffnen Sie gegenüberliegende Fenster gleichzeitig. So geht der Luftaustausch besonders schnell.
  3. Tür geschlossen halten: Schließen Sie die Tür des Trockenraums, damit sich die feuchte Luft nicht in der ganzen Wohnung verteilt.
  4. Gleichmäßig heizen: Warme Luft nimmt mehr Feuchtigkeit auf als kalte. Lassen Sie den Raum nicht auskühlen.

Ein einfaches Hygrometer hilft Ihnen, die Luftfeuchtigkeit im Blick zu behalten. Steigt der Wert dauerhaft deutlich über das übliche Wohlfühlniveau, sollten Sie häufiger lüften.

Wäsche geschickt aufhängen

Auch die Art, wie Sie die Wäsche aufhängen, beeinflusst die Trocknungszeit erheblich.

  • Lassen Sie zwischen den einzelnen Teilen genügend Abstand, damit Luft zirkulieren kann.
  • Schütteln Sie jedes Teil vor dem Aufhängen kräftig aus – das reduziert Falten und lockert die Fasern.
  • Hängen Sie dicke Teile wie Handtücher und Jeans an die äußeren Stangen, dünne Shirts in die Mitte.
  • Nutzen Sie Kleiderbügel für Hemden und Blusen. Sie trocknen so schneller und knittern weniger.
  • Wenden Sie dicke Textilien nach einigen Stunden, damit auch die Innenseiten trocknen.

Heizkörper, Balkon und Trockner

Nicht direkt auf die Heizung

Wäsche direkt auf dem Heizkörper zu trocknen, ist verlockend, aber nicht empfehlenswert. Die Wärme kann nicht richtig in den Raum abgegeben werden, und die Feuchtigkeit gelangt konzentriert in die Raumluft. Besser ist ein Wäscheständer mit etwas Abstand zur Heizung.

Draußen trocknen im Winter

An trockenen, sonnigen oder windigen Wintertagen kann Wäsche auch draußen trocknen – selbst bei leichtem Frost. Das Wasser gefriert zwar zunächst, verdunstet aber nach und nach. Holen Sie die Wäsche gegebenenfalls leicht feucht herein und lassen Sie sie drinnen fertig trocknen. Gefrorene Textilien sollten Sie nicht knicken, da die Fasern dann leiden können.

Wäschetrockner gezielt einsetzen

Ein Trockner ist bequem, verbraucht aber Energie. Wenn Sie einen besitzen, nutzen Sie ihn gezielt, etwa für Handtücher oder Bettwäsche, und trocknen Sie den Rest auf dem Ständer. Reinigen Sie das Flusensieb nach jedem Durchgang, damit das Gerät effizient arbeitet.

Fazit

Wäsche trocknen im Winter gelingt, wenn Sie die Feuchtigkeit von Anfang an begrenzen und konsequent abführen. Schleudern Sie gründlich, wählen Sie einen warmen, gut lüftbaren Raum und lüften Sie mehrmals täglich stoßweise. So wird Ihre Wäsche zuverlässig trocken, und Ihre Wohnung bleibt vor Schimmel geschützt.

MH

Über die Autorin / den Autor

Miriam Hoffmann

Miriam Hoffmann kümmert sich um alles rund um die Wäsche: Waschmittel, Flecken, Trocknen und Textilpflege. Ihr Ziel sind Kleidungsstücke, die lange schön bleiben.

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