Ein Wasserkocher ist schnell, praktisch und täglich im Einsatz. Gerade in Regionen mit hartem Wasser bildet sich jedoch rasch eine weißliche Kalkschicht am Boden und an den Wänden. Diese ist zwar gesundheitlich unbedenklich, hat aber Nachteile: Kalk wirkt wie eine Isolierschicht, sodass das Gerät länger braucht und mehr Strom verbraucht. Außerdem können sich Kalkflocken im Tee oder Kaffee wiederfinden.
Spezielle Entkalker aus dem Handel sind nicht unbedingt nötig. Mit einfachen Hausmitteln wie Zitronensäure, Essig oder Natron lässt sich der Wasserkocher ebenso gründlich reinigen. In diesem Ratgeber erfahren Sie, welche Mittel sich eignen und wie Sie Schritt für Schritt vorgehen.
Woran Sie erkennen, dass Entkalken nötig ist
Die meisten Menschen bemerken Kalk erst, wenn er deutlich sichtbar ist. Es gibt aber frühere Anzeichen:
- ein weißer oder grauer Belag am Boden oder an der Heizplatte,
- kleine weiße Partikel im gekochten Wasser,
- eine spürbar längere Aufheizzeit,
- lautere Geräusche beim Kochen,
- ein leicht veränderter Geschmack von Tee oder Kaffee.
Wie oft Sie entkalken sollten, hängt von der Wasserhärte und der Nutzung ab. Bei hartem Wasser und täglichem Gebrauch ist etwa alle zwei bis vier Wochen sinnvoll, bei weichem Wasser reicht oft ein Abstand von zwei bis drei Monaten. Die Wasserhärte Ihres Wohnorts erfahren Sie bei Ihrem örtlichen Wasserversorger.
Zitronensäure: die bewährte Methode
Zitronensäure ist das beliebteste Hausmittel zum Entkalken. Sie ist geruchsarm, wirkt zuverlässig und ist als Pulver in Drogerien und Supermärkten erhältlich. Wichtig: Zitronensäure sollte nicht gekocht werden, da sich bei hohen Temperaturen schwer lösliches Calciumcitrat bilden kann, das sich erneut ablagert. Verwenden Sie daher warmes, nicht kochendes Wasser.
- Füllen Sie den Wasserkocher etwa zur Hälfte mit Wasser und kochen Sie es auf.
- Lassen Sie das Wasser einige Minuten abkühlen, bis es nur noch heiß, aber nicht mehr kochend ist.
- Geben Sie zwei bis drei Esslöffel Zitronensäurepulver hinzu und rühren Sie um.
- Lassen Sie die Lösung etwa 30 Minuten einwirken. Bei starkem Kalk darf es auch länger sein.
- Gießen Sie die Lösung ab und spülen Sie den Wasserkocher gründlich mit klarem Wasser aus.
- Kochen Sie einmal frisches Wasser auf und gießen Sie es weg, um Rückstände zu entfernen.
Essig: günstig und wirksam
Haushaltsessig oder verdünnte Essigessenz lösen Kalk ebenfalls zuverlässig. Der Nachteil ist der intensive Geruch, weshalb Sie beim Entkalken das Fenster öffnen sollten.
- Mischen Sie Essig und Wasser im Verhältnis von etwa eins zu zwei. Bei Essigessenz verdünnen Sie deutlich stärker, etwa ein Teil Essenz auf vier bis fünf Teile Wasser.
- Füllen Sie die Mischung bis knapp über die Kalkschicht in den Wasserkocher.
- Erwärmen Sie die Lösung kurz, ohne sie lange sprudelnd kochen zu lassen, und lassen Sie sie anschließend eine halbe bis ganze Stunde einwirken.
- Gießen Sie die Lösung ab und spülen Sie mehrfach gründlich nach.
- Kochen Sie zweimal frisches Wasser auf und schütten Sie es weg, damit kein Essiggeschmack zurückbleibt.
Bitte beachten Sie: Manche Hersteller raten bei bestimmten Materialien oder Dichtungen von Essig ab. Ein Blick in die Bedienungsanleitung schafft Klarheit.
Natron und weitere Hausmittel
Natron oder Backpulver eignet sich eher für leichte Ablagerungen. Geben Sie ein bis zwei Esslöffel in halb mit Wasser gefüllten Wasserkocher, kochen Sie die Mischung auf und lassen Sie sie etwa 20 Minuten stehen. Danach gründlich ausspülen. Achtung: Das Wasser kann beim Aufkochen schäumen, füllen Sie den Kocher daher nicht zu voll.
Frische Zitronen funktionieren ähnlich wie Zitronensäure, sind aber weniger konzentriert. Schneiden Sie eine Zitrone in Scheiben, geben Sie sie mit Wasser in den Kocher und lassen Sie das Ganze nach dem Erwärmen einwirken. Für stärkere Verkalkungen reicht diese Methode meist nicht aus.
Außen reinigen und Filter nicht vergessen
Viele Wasserkocher haben im Ausguss ein kleines Kalksieb. Nehmen Sie es heraus und legen Sie es während des Entkalkens in eine Schale mit derselben Lösung. Anschließend unter fließendem Wasser abspülen und gegebenenfalls mit einer weichen Bürste reinigen.
Das Gehäuse wischen Sie mit einem feuchten Tuch und etwas Spülmittel ab. Edelstahl erhält mit einem Tropfen Essig auf einem Tuch wieder Glanz. Achten Sie darauf, dass weder Sockel noch Steckverbindung nass werden, und tauchen Sie den Wasserkocher niemals ins Wasser.
Neuem Kalk vorbeugen
- Kein Wasser stehen lassen: Leeren Sie den Wasserkocher nach jeder Nutzung und lassen Sie ihn offen trocknen.
- Nur benötigte Menge kochen: Das spart Strom und reduziert Ablagerungen.
- Regelmäßig ausspülen: Kurzes Ausspülen nach dem Gebrauch verhindert, dass sich Kalk festsetzt.
- Gefiltertes Wasser: Ein Wasserfilter kann die Kalkbildung verringern, wenn er regelmäßig gewechselt wird.
Fazit
Einen Wasserkocher zu entkalken ist mit Hausmitteln einfach und günstig. Zitronensäure in warmem Wasser ist die geruchsärmste und zuverlässigste Methode, Essig eine wirksame Alternative für starke Ablagerungen. Spülen Sie danach immer gründlich nach und kochen Sie einmal klares Wasser ab. Wer regelmäßig entkalkt und kein Wasser im Gerät stehen lässt, spart Energie und verlängert die Lebensdauer des Wasserkochers.
